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"Und mit "Lieben" ist in diesem Zusammenhang nicht
die Liebe gemeint, die es zwischen Geliebten gibt - und die im Hohen
Lied in ihrer ganzen lustvollen Herrlichkeit besungen wird. Diese
Liebe kann auch gar nicht geboten werden. Das Lieben deines Nächsten
will sagen: solidarisch zu sein, neben dem anderen stehen, der sich
ohne dich nicht retten kann -wie du dich ohne ihn nicht retten kannst"
(Boer 2008, 108)
"Niemand ist eine Insel, in sich selbst vollständig;
jeder Mensch ist ein Stück des Kontinents, ein Teil des Festlands
... Jedes Menschen Tod ist mein Verlust, denn mich betrifft die
Menschheit" (John Donne 1624)
"Es handelt sich um Reziprozität. Aber diese Wechselseitigkeit
hat nichts von einem individuellen Nutzenkalkül an sich ...
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Eine Levitikuserfahrung nach dem Erdbeben in Haiti. Weiter
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Lev 19,18b
"Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich
bin der Herr"
(Einheitsübersetzung/Neue Zürcher Bibelübersetzung)
"Liebe vielmehr deinen Nächsten und deine Nächste
als dich selbst - Ich, Adonaj"
(Bibel in gerechter Sprache)
"Halte lieb deinen Genossen, dir gleich. Ich bins."
(Übersetzung von Buber/Rosenzweig)
"Liebe deinen Nächsten, er ist wie du"
(Übersetzung von Buber/Rosenzweig, dazu)
"Liebe deinen Nächsten, du bist es"
(Emmanuel Levinas)
"Liebe deinen Nächsten; dieses Werk ist wie du selbst";
liebe deinen Nächsten; das bist du selbst";
"diese Liebe des Nächsten ist es, die du selbst bist."
(Übersetzung von Franz J. Hinkelammert)
"Ich bin, wenn du bist"
(aus Lateinamerika und Südafrika, dort ist die Rede von ubuntu,
Menschlichkeit: "ich bin ein Mensch, weil du auch ein Mensch
bist", Desmond Tutu formuliert: "Ich bin nur, wenn du
auch bist")
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"Eine Verrücktheit geht um der Welt, die göttliche
Verrücktheit des ich bin, wenn du bist". Diese
Verrücktheit ist heute notwendig, um weise zu werden"
(Hinkelammert 2011, 43).
"Stets geht es darum, Teil der Menschheit als einer Lebensgemeinschaft
zu sein. Gerade das wird von unserer herrschenden Spiritualität
des Todes negiert, indem sie behauptet: Ich bin, wenn ich dich besiege"
(Hinkelammert 2011, 136).
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Kanonische Lektüre
"Bleibe niemandem etwas schuldig, es sei denn die gegenseitige
Liebe. Denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt.
Die Gebote: Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht töten!
Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht begehren! Und was es sonst
an Geboten geben mag, werden ja in diesem einen Wort zusammengefasst:
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst (denn er ist
du). Die Liebe fügt dem Nächsten nichts Böses zu.
So ist die Liebe die Vollendung des Gesetzes" (Röm 13,9-10)
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