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Gen 4,1-16
Übersetzt von Jörg Zink

1 Und der Mann schlief mit seiner Frau,
sie wurde schwanger und gebar einen
Sohn.
»Mit Gottes Hilfe«, sagte sie,
»habe ich einen Sohn gewonnen.«
Und sie nannte ihn »Kain«.
2 Danach gebar sie Abel, seinen Bruder.
Abel war ein Hirte, Kain ein Bauer.
3 Jahre später begab es sich,
dass Kain ein Opfer brachte für Gott
von den Früchten des Feldes.
4 Auch Abel opferte,
und zwar von den erstgeborenen Lämmern
seiner Herde und ihrem Fett.
Und der Herr sah freundlich auf Abel
und seine Gabe,
5 an Kain und seinem Opfer aber
sah er vorbei.
Da fasste den Kain der Zorn,
und er starrte erbittert vor sich hin.
6 Da fragte ihn Gott:
»Warum bist du zornig?
Warum senkst du so finster den Blick?
7 Ist es nicht so? Wenn du recht tust,
kannst du den Kopf frei erheben,
bist du aber böse,
so lauert die Sünde vor der Tür,
um dich zu verschlingen.
Du aber sollst Herr sein über sie.«

8 Da sprach Kain zu seinem Bruder Abel:
»Lass uns aufs Feld gehen!«
Aber als sie auf dem Felde waren,
fiel er über seinen Bruder her
und schlug ihn tot.
9 Da fragte der Herr den Kain:
»Wo ist dein Bruder Abel?«
Er sprach: »Was weiß ich?
Soll ich meinen Bruder hüten?«
10 Der Herr aber fuhr fort:
»Was hast du getan?
Hörst du nicht,
wie das Blut deines Bruders
zu mir von der Erde her schreit?
11 Verflucht seist du,
verlassen von der Erde des Ackers,
die ihren Mund aufgetan hat,
um das Blut deines Bruders zu trinken.
12 Wenn du den Acker bebaust,
soll er dir seinen Ertrag verweigern,
unstet und flüchtig sollst du sein
auf der Erde!«
13 »Meine Strafe ist zu schwer«, sprach Kain,
»ich kann sie nicht tragen.
14 Du verjagst mich vom Ackerland,
fern von dir muss ich leben,
unstet und flüchtig sein auf der Erde.
Wer mich findet, wird mich erschlagen.«
15 Der Herr sprach: »Nein!
Wer immer es ist, der Kain erschlägt,
siebenfach will ich es rächen.«
16 Ein Zeichen machte Gott an Kains Stirn,
damit jeder wusste:
Er steht unter dem Schutz Gottes.
So ging Kain von Gott weg
und wohnte in der Heimatlosigkeit,
jenseits von Eden, im Osten.