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Synesios aus der Kyrenaika in Libyen
Radiobeitrag in der Reihe "90 Sekunden - ein
Znüni für die Seele" im Privatradio Aargovia am 7.3.2011
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Im Osten Libyens liegt die Provinz Kyrenaika. Dort hat die Revolution
gegen Gaddhafi begonnen.
Ich möchte an einen Mann erinnern, der vor 1600 Jahren in der
Kyrenaika lebte. Damals war das eine römische Provinz. Der
Mann hiess Synesios. Synesios war ein Gutsherr und mischte sich
in die Politik ein.
Anstelle der unfähigen und korrupten römischen Beamten
organisierte er die Verteidigung der Dörfer gegen Überfälle.
Er bewaffnete das Volk und konstruierte sogar eine Wurfmaschine.
Synesios war verheiratet, Vater von drei Kindern und genoss das
leben in vollen Zügen. Er schrieb Bücher, z.B. eine "Abhandlung
über die Träume".
411 wird Synesios Bischof. Er schliesst den römischen Statthalter
Andronikus, der Menschen willkürlich verhaften und foltern
lässt, aus der Kirche aus. Als Andronikus dann aber von einer
aufgebrachten Menschenmenge gelyncht werden soll, schützt er
ihn und sagt: "Er, der gestern ein Unterdrücker war, ist
heute ein Verfolgter ... Aber unsere Aufgabe liegt niemals darin,
für die vom Schicksal Begünstigten Partei zu ergreifen,
sondern zu weinen mit den Weinenden."
Synesios weiss, was er will: "Nützlich zu sein denen,
die mein Leben teilen,
den einzelnen und der Stadt den bestmöglichen Dienst erweisen,
damit, wenn man so sagen kann, die Freundschaft unter all den Passagieren
auf meinem Schiff herrsche."
Ich wünsche den Menschen in der heutigen Kyrenaika, dass es
viele Frauen und Männer wie Synesios unter ihnen gibt.
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