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Bibel contra Menschenrechte

Rut, 3,13-17

"Das Baby habe Menschenrechte und dazu gehöre, nicht von zwei Müttern erzogen zu werden". So wird Fred Nile, Pfarrer und Politiker in New South Wales/Australien in der Presse zitiert (Aargauer Zeitung vom 16.8.2011, S. 8). Das Baby, um dessen Menschenrechte es geht, ist das noch ungeborene Kind der australischen Finanzministerin Penny Wong und ihrer Lebenspartnerin.
Diesem Menschenrecht muss von Seiten der biblischen Tradition her widersprochen werden. Ich denke dabei an Obed, den Sohn der Rut, der später zum Vater Isais und zum Grossvater Davids werden wird. Zwar wird dieses Kind von Boas, dem Ehemann der Rut gezeugt. Danach aber macht die biblische Geschichte überaus deutlich, dass es sich in erster Linie um das Kind zweier Frauen handelt, das Kind von Rut und Noomi, ihrer Schwiegermutter aus einer früheren Ehe (interessante Patchworkfamilien gab es schon zu biblischen Zeiten). Ja, hier handelt es sich ausschliesslich um eine Frauensache, wenn es wörtlich im Buch Rut, Kapitel 4 Vers 13 bis 17, heisst: "Da sagten die Frauen zu Noomi: ... Du wirst jemand haben, der dein Herz erfreut und dich im Alter versorgt; denn deine Schwiegertochter, die dich liebt, hat ihn geboren, sie die mehr wert ist als sieben Söhne. Noomi nahm das Kind, drückte es an ihre Brust und wurde seine Wärterin. Die Nachbarinnen wollten ihm einen Namen geben und sagten: Der Noomi (!) ist ein Sohn geboren."
Nein, das Menschenrecht, nicht von zwei Müttern erzogen zu werden, kann sich definitiv nicht auf die Bibel berufen. Tut mir leid, Herr Pfarrer.