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Maria, der Engel und das Haus Jakob
Lk 1,26-38
14.2.- 9.3.2010
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9.3.2010
"Danach verliess sie der Engel" (Lk 1,38b). Dieser letzte
Satz der Begegnung zwischen Maria und dem Engel ist kein Abschluss-,
sondenr ein Anfangssatz. Ein Alpha-Satz. Vier der sechs Wörter,
aus denen der griechische Satz besteth, fangen mit dem Buchstaben
Alpha an: kai apälthen ap'autäs ho angelos.
Es ist ein lapidarer Satz, ein übertrieben banaler. Hätte
der Text nicht besser, weil dramatischer mitdem Ruf Mariens aufgehört:
"Mir geschehe, wie du es gesagt hast"?. Das wäre
doch ein guter Abschluss gewesen. Warum dann noch die Banalität,
die Selbstverständlichkeit, die Alltäglichkeit anfügen,
dass der Engel Maria wieder verliess?
Lukas ist der Evangelist des Alltäglichen, der kleinen Schritte.
Die Redaktorinnen und Redaktoren, die sein Evangelium als drittes
in den Kanon des Neuen Testamentes einfügten, haben es gut
verstanden: Zunächst entfaltet Matthäus die grosse Lehre,
dann führt sie Markus radikal in die Krise. Und dann beginnt
Lukas mit den kleinen Schritten der Umsetzung in die alltägliche
Lebenspraxis. Lukas buchstabiert die neue, alte biblische Praxis
durch. Er beginnt bei "A".
Der Hinweis auf den Engel, der wieder geht, ist aber dennoch auch
ein Abschluss. Oder besser ein Ausdruck von Klarheit. Die Szene
zwischen Zacharias und dem Engel wird nicht abgeschlossen. Der Engel
redet, das Volk wartet und irgendwann kommt Zacharais aus dem Tempel.
Nichts ist wirklich klar, alle Fragen sind noch offen.
Anders bei Maria und dem Tempel. Alles ist gesagt, die Begegnung
ist in sich abgeschlossen. Das holt Lukas auch erzählerisch
ein mit dem lapidaren Satz: Danach verliess sie der Engel.
8.3.2010
Gehen wir nochmals einen Vers zurück. "Denn bei Gott
ist nichts unmöglich" heisst 1,37 in der Einheitüsbersetzung.
Osborne übersetzt: "Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich
" und weist darauf hin, dass noch wörtlicher folgende
Variante wäre: "Kein Wort, das von Gott kommt, bleibt
ohne Wirkung" oder sogar: "Jedes Wort, das von Gott kommt,
ist keineswegs unmächtig". Die doppelte Verneinung verstärkt
die Aussage. Aber noch entscheidender: Das griechische Originals
richtet den Blick nicht auf das eine Ding oder das Nichts, das nicht
unmöglich ist, sondern vielmehr darauf, dass JEDES Wort Gottes
mächtige Wirkung zeigt. Also nicht auf den Ausnahme-, sondern
auf den Normalfall. Normal, das heisst schöpfungsgemäss
ist es etwa, wenn Jer 55,1 verkündet: "Auf ihr Durstigen,
kommt alle zum Wasser. Auch wer kein Geld hat, soll kommen (diesen
innerbiblischen Bezug stellt auch Osborne her). Die in Lk 1 verheissenen
Geburten, die Zusage, dass das Leben eine Zukunftsperspektive hat,
ist nicht der aussergewöhnliche, alle Naturgesetze sprengende
Sonderfall, sondern der alle Schöpfungsgesetze zur Geltung
bringende Normalfall.
7.3.2010
"Da sagte Maria: Ich bin die Magd/Sklavin des Herrn. Mir geschehe,
wie du es gesagt hast" (Lk 1,38). Paulus nennt sich selbst
und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter immer wieder Knechte/Sklaven
Gottes oder Jesu Christii (z.B. Röm 1,1; Phil 1,1).
Bei Paulus wird das in der Regel in zweifacher Weise verstanden:
- als Solidaritätsbekundung an Gemeinden, in denen ein Teil
der Mitglieder wirklich Sklaven und Sklavinnen sind
- als selbstbewusster Ausdruck, keinen anderen Herrn als Gott anzuerkennen
Bei Maria wird es in der Regel nicht so verstanden, sondern als
Ausdruck ihrer Demut.
Aber es spricht nichts dagegen die Sklavin Maria genau wie den Sklaven
Paulus zu behandeln.
Der Ausdruck Sklave/in-Knecht/Magd verweist ausserdem in beiden
Fällen auf den Knecht Gottes im Alten Testament. Er steht für
das Volk Israel bzw. für eine Einzelfigur, die das Volk repräsentiert.
Paulus und Maria als Knect und Magd Gottes sind also Repräsentant/in
des Volkes Israel. An diesem Volk ereginet sich das Wort Gottes.
Das Wort, hebr. dabar, das Wort und Tat in einem ist, das sich ereignendes
Wort, Wirklichkeit gestaltendes Wort ist, seit dem ersten Wort der
Schöpfung, diess Wort ereignet sich in der Beziehung zum Volk
Israel als Erstling der Völker. Diesem Wort, dem Israel seit
Beginn seiner Geschichte vertraut (mit Krisen und Zweifeln natürlich),
diesem Wort vertraut jetzt auch Maria. Sie stellt sich explizit
in die Geschichte ihres Volkes. Das Wort ereignet sich, es geschieht
weiter, wie am Volk so auch an ihr.
6.3.2010
"Auch Elisabet, deine Verwandte ..." (Lk 1,36). Welcher
Art ist die Verwandtschaft zwischen Maria und Elisabet? Mit Lk 1,37,
"denn für Gott ist nichts unmöglich", einem
Zitat aus Gen 18,14, wird Elisabet mit Sara in Verbindung gebracht.
Auf Sara hat auch schon die Ankündigung der Geburt des Johannes
hingewiesen: vgl. Lk 1,13 mit Gen 17,19. Wenn das Thema, das die
beiden Frauen verbindet, Nachkommenschaft mit einer grossen Verheissung
ist, und Elisabet auf Sara verweist, verweist dann nicht Maria auf
Hagar, die Magd/Sklavin der Sara aus Ägypten (vgl. Gen 16 und
21)? Hagar ist im Vergleich zu Sara die junge, die fruchtbare Frau,
die allerdings keinen Ehemann hat. Hagar und Sara sind nicht blutsverwandt,
aber sie gehören zum selben Haus, dem Haus Abrahams. Maria
nennt sich selbst eine niedrige Magd (Lk 1,48) und eine Magd des
Herrn (Lk 1,38). Das entsprechende griechische Wort doulä kann
durchaus auch mit Sklavin richtig übersetzt werden. Maria ist
also wie Hagar eine Magd/Sklavin.
Der Hagar erscheint in Gen 16 ein Engel. Was er ihr verheisst -
"du bist schwanger, du wirst einen Sohn gebären und ihn
Ismael nennen" (Gen 16,11) gleicht sehr der Verheissung des
Engels an Maria von Lk 1,31.
Der Engel der Hagar spricht ihr zu, dass "Gott auf sie gehört
hat in ihrem Leid". Gott, der das Leid hört, das ist der
Gott des Exodus (Ex 3,7). Den Gott des Exodus, den Retter, bringt
auch Maria im Magnificat ins Spiel. Der Lobgesang der Maria, das
Magnificat (Lk 1,46-55) hat sein alttestamentliches Vorbild zwar
beim Lied der Hanna in 1 Sam 2,1-10. Es würde vom Inhalt her
aber auch gut in den Mund der Sklavin Hagar passen. Die Mächtigen,
die vom Thron gestürzt werden, sind dann in erster Linie Abraham
und Sara. Hagar ist das Korrektiv für Abraham und Sara. Ironischerweise
ist Hagar eine Ägypterin. Die Ägypterin ist das Korrektiv
für die Stammeltern Israels, wenn die selbst die Züge
Ägyptens annehmen und zu Sklavenhaltern und -ausbeutern werden.
Ist Maria das Korrektiv zu Zacharias und Elisabet als VertreterInnen
des traditionellen Israels, des Tempels und der Priesterfamilien?
Beide Seiten sind und bleiben bei allen Gegensätzen und Korrekturen
aufeinander bezogen. Hagar und Sara sind keine Verwandten. Ihre
Söhne und deren Nachkommen aber schon. Und die spannungsvolle
Geschichte dieser Verwandten zieht sich durch die ganze Geschichte.
Sie geht weiter bis heute. Der Islam beruft sich darauf, die Nachkommenschaft
des Sohnes von Abraham und Hagar, Ismael zu sein. Maria/Mirjam spielt
eine besondere Rolle in der Tradition des Islam. Die Verbindung
von Maria und Hagar ist eine Möglichkeit, das Lukasevangelium
zu lesen.
5.3.2010
"Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt
werden" (Lk 1,35b). Wieder einmal eine dieser denkwürdigen
Doppelungen des Lukasevangeliums. Das verheissene Kind wird heilig
und Sohn Gottes genannt. Heilig und Sohn Gottes sein - das scheint
nicht das gleiche zu sein. Im Alten Testament bedeutet sich heiligen,
in die Sphäre des Heiligen, in die Sphäre Gottes einzutreten.
Heilig ist der Ort bzw. der Mensch, der in Beziehung zu Gott steht.
Damit benennt Heilig-Sein quasi eine Grundbeziehung und Sohn-Gottes-Sein
bennnt eine besonders intensive Form dieser Beziehung. Im damaligen
patriarchalen Weltbild benennt Sohn-Gottes-Sein vermutlich die intensivste
und engste Form der Beziehung zwischen einem Menschen und Gott.
Dieses patriarchale Missverständnis sollten wir hinter uns
lassen. Was für die Söhne Gottes gilt, gilt für alle
Kinder Gottes. Kind Gottes zu sein ist die intensivste Form der
Beziehung zu Gott, die stärkste Nähe, die höchste
Heiligkeit, die Menschen möglich ist.
2.3.2010
Was bedeutet diese spannungsreiche Beziehung zwischen Zacharias/Elisabet
/Johannes auf der einen und Maria/Josef/Jesus auf der anderen Seite?
Die blosse Überbietung der einen durch die anderen?
Naja, dafür der ganze Aufwand?
Zacharias/Elisabet/Johannes werden vielleicht überboten, sie
werden aber auf keinen Fall abgewertet. Sie sind und beiben wichtig.
Das wofür sie stehen, ist und bleibt wichtig. was heisst das
für Lukas?
Das, was mit Jesus für ihn neu beginnt, ist nicht nur die Sache
einer neuen, jungen Generation. Nicht nur die Sache der Nachgeborenen,
die mit dem Tempel nichts mehr zu tun haben, weil es denn ja sowieso
nicht mehr gibt. Nicht nur die Sache derer, die aus den (in den
Augen der Tradition) namenlosen Orten ausserhalb Jerusalems, in
der Diaspora kommen. Es ist gleichermassen die Sache der Alten,
derer, die mit dem Tempel gelebt haben, derer die mit Jerusalem
gelebt haben. Aber eben nicht (mehr) nur deren Sache.
Es ist eine Sache, die die Vergangenheit (Elija) und die Zukunft
verbindet, nicht voneinander trennt.
Es ist eine Sache, für deren Gelingen es keinen Beweis gibt,
bei der es nicht einmal klar ist, wie das geschehen soll.
Es ist die Sache, wie es mit dem Volk Gottes weitergehen soll. Nach
der Katastrophe von Jerusalem im Jahr 70. Nach der Öffnung
eines Teiles des Volkes Gottes für die Heiden.
Angesichts dessen verstummt ein Teil der alten Generation, verkörpert
durch Zacharias. Aber ein anderer Teil der alten Generation geht
mit neuen Zukunftsmöglichkeiten schwanger. Ein Teil der alten
Generation beginnt damit, sich auf etwas Neues vorzubereiten. Auf
eine neue Form von Königsherrschaft, die mit allem bisher Dagewesenen
bricht. Die vor allem mit jeder Form von Herr-schaft bricht, denn
die Herren, dasbisher vorherrschende Geschlecht ist an der Entstehung
des Neuen ganz und gar nicht beteiligt.
01.03.2010
Thomas P. Osborne stellt in seinem Lukaskommentar (Daie lebendigste
Jesuserzählung) die Verbindungen zwischen der Szene mit Zacharias
und dem Engel und der Szene mit Maria und dem Engel her. Die beiden
Szenen stehen sich kontrastreich gegenüber:
- ein altes und ein junges Paar
- der traditionelle Ort der Gegenwart Gottes und das Dorf ohne jede
Bedeutung in der Tradition
- ein Kind, das gross sein wird vor Gott und eines, das gross sein
wird (im Absoluten)
- einer der (das Volk) vorbereitet und einer der herrscht
- einer, der auf die Vergangenheit bezogen ist (im Geist des Elija)
und einer, der auf die Zukunft bezogen ist (Königsherrschaft
auf Weltzeit)
- Zacharias, der einen Beweis will und Maria, die nach dem "Wie"
fragt
- die Stummheit als Zeichen und die Schwangerschaft der schon alten
Cousine als Zeichen
Bei beiden Szenen geht es um gas Gleiche, aber jeweils anders.
28.02.2010
"Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über
dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten"
(Lk 1,35a). Auf keinen Fall darf hier durch das grammatikallische
Geschlecht des Heiligen Geistes im Deutschen (Maskulinum) der Eindruck
entstehen, dass statt eines menschlichen Mannes nun eben ein göttlicher
Mann für die Zeugung des verheissenen Kindes sorgt. Im Deutschen
sorgt DIE Kraft des Höchsten zum Glück dafür, dass
neben dem männlichen noch ein zweites grammatikalisches Geschlechts
ins Spiel kommt. Im Griechischen ist die Rede von pneuma (neutrum)
und dynamis (femininum). Das macht es noch deutlicher: dieses verheissene
Kind entsteht nur zum Teil auf die natürliche, bei Menschen
gewohnte Weise. Es entsteht ohne jeden Beitrag eines Mannes.
25.2.2010
"Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?"
(Lk 1,34). Wer ist hier witzig? Maria oder Lukas oder beide? Von
unglaublich grossen Dingen ist die Rede: ein Mensch, der Sohn des
Höchsten genannt werden wird und den Thron Davids bekommt.
Eine Herrschaft auf Weltzeit, die kein Ende hat. Das gewöhnlichste
bei all dem ist doch das, dass eine junge Frau ein Kind bekommen
wird. Das ist ja schon vorgekommen. All dem Grossen und Unglaublichen
gegenüber hat Maria keine Bedenken. Aber wie soll das mit dem
Kindkriegen gehen? Macht sich Maria hier über den Engel lustig?
Macht sich Lukas hier über die ganze Messiaserwartung lustig?
Soll das wirklich das Problem sein, weswegen all die unglauglichen
Dinge nicht geschehee können?
Einen Mann erkennen. Zum ersten Mal ist in der Bibel vom Erkennenn
der Erzählung vom Garten Eden die Rede, in Gen 2. Adam und
Eva essen vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Das erste
Mal vom Erkennen der Frau durch den Mann ist in Gen 4,1 die Rede.
Adam erkannte Eva, seine Frau. Kain tut es ihm gleich in Gen 4,17.
Adam erkenntn noch einmal Eva in 4,25. Dass Männer Frauen erkennen,
scheint kein Problem zu sein. Aber umgekehrt? Wo gibt es biblische
Vorbilder dafür, dass eine Frau keinen Mann erkennt?
24.02.2010
"Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und
seine Herrschaft wird kein Ende haben" (Lk 1,33). Wieder eine
dieser lukanischen Dopplungen. "In Ewigkeit", hebräisch
olam, auf Weltzeit, solange die Welt besteht. "Kein Ende",
griechisch ouk telos. Was bedeutet diese Dopplung?
Das Haus Jakob, griechisch oikos Iakoob, hebräisch bet jaakov.
Diese Formulierung kommt überraschenderweise in der Tora nur
zweimal vor:
Gen 46,26 spricht davon, dass 70 Personen vom Haus Jakob nach Ägypten
gekommen sind. Und in Ex 19,3 ruft Gott Mose dazu auf, das Haus
Jakob daran zu erinnern, was er, Gott, den Ägyptern angetan
hat. In den prophetischen Schriften ist mit der Bezeichnung Haus
Jakob oftmals eine Drohung gegen das Volk Israel verbunden. Ist
die Rede vom Haus Jakob ein Zeichen dafür, dass die dunklen
Seiten des Volkes zum Vorschein kommen und angesprochen werden?
Ist das Haus Jakob die Seite Israels, die in enger Verbindung zu
"Ägypten" steht, zu der ihm innewohnenden Möglichkeit
selbst zum Unterdrücker zu werden? Wird im Namen Jakobs daran
erinnert, dass Gott sein Volk ohne Verdienst von Seiten des Volkes,
ja eigentlich entgegen dem gezeigten Verhalten,berufen und auserwählt
hat? Steht Jakob nicht für List und Täuschung und krumme
Wege? Ist Petrus nicht der neutestamentliche Nachfolger des Jakob?
Berufen ohne Verdienst, ja eigentlich entgegen dem gezeigten Verhalten?
Wenn das so stimmt, welchen Sinn macht es dann, dass Lukas hier
vom Haus Jakob spricht? Immerhin braucht er den Ausdruck nur einmal,
genau an dieser Stelle und dann noch einmal in der Apostelgeschichte
(7,46). In der grossen Rede des Stephanus vergegnewärtigt er
die gesamte Geschichte Israels. Vom König David erinnert er
an dessen Bitte für das Haus Jakob ein Zeltheiligtum zu bauen
und an den Bau des Tempels durch Salomo. "Doch der Höchste
wohnt nicht in dem, was von Menschenhand gemacht ist" (7,48).
Dann zitiert Stephanus ein Gotteswort nach Jesaja: "Der Himmel
ist mein Thron und die Erde der Schemel für meine Füsse.
Was für ein Haus könnt ihr mir bauen?" (Jes 66,1f.).
Bei der Rede vom Haus Jakob, über das das verheissene Kind
ohne Ende herrschen wird, klingt auch das Haus Gottes an, der Tempel,
der zur Zeit des Lukasevangeliums zerstört ist. Bei der Frage
nach der Dauerhaftigkeit des Hauses Jakob klingt die Frage danach
an, ob dieses Haus Jakob auch ein eigenes, von Menschen erbautes
Haus Gottes braucht. Und die Antwort ist: Nein. Oder besser: Das
Haus Jakob, das ewig besteht, ist das Haus Gottes, in dem er wohnt
und gegenwärtig ist. Nicht, weil dieses Haus Jakob das verdient
hätte oder weil es so ein mächtiges Haus ist, im Gegenteil.
Gerade weil es das kleine, unbedeutende und deswegen von der Geschiche
der Mächtigen oft so schwer geschlagene Haus Jakob ist. Der
kommende Herrscher über dieses Haus ist nicht als potenter
Gewaltherrscher zu denken. Ein solcher Herrscher passt gar nicht
zum Haus Jakob. Eine andere Art von Herrschaft wird es sein, die
kein Ende haben wird.
23.02.2010
"....ihm den Thron seines Vaters David geben" (Lk 1,32b).
In 1,27 wird erwähnt, dass der Verlobte der Maria aus dem Haus
Davids stammt. Wenn hier ihr Sohn in die Dynastie Davids eingeordnet
wird, dann läuft diese Abstammung über Josef. Dann ist
klar, dass Lukas genauso wenig wie Matthäus in der Abstammungsfrage
(modern ausgedrückt) biologisch oder genetisch denken. Sie
denken sozial. Jesus wird zum Sohn Davids, weil er zur Familie des
Josef aus dem Haus David gehören wird.
22.2.2010
"Gott, der Herr, wird..." (Lk 1,32b). Im Griechischen
ist die Reihenfolge der beiden Worte umgekehrt: kyrios ho theos,
Herr, der Gott. Erst einmal im bisherigen Evangelium hat Lukas diese
doppelte Gottesbezeichnung gebraucht. In Vers 1,16 hiess es, dass
Johannes viele Israeliten zum Herrn, ihrem Gott bekehren wird. Sonst
ist immer entweder von Gott oder dem Herrn die Rede. Zweimal also
taucht die zweifache Gottesbezeichnung auf (immer wieder die lukanischen
Verdoppelungen als Signal). Im Hebräischen steht hinter der
Formulierung wohl der Audruck "JHWH elohim". Zuerst der
unaussprechliche Gottesname, der umschrieben wird mit der Herr,
der Lebendige, der Weg... Offenbart wird er dem Mose am brennenden
Dornbusch in Ex 3 auf Mose Nachfrage hin. Übersetzt wird das
Tetragramm wohl am Besten als "Ich-bin-da", "Ich-bin-mit-euch"
(Imanuel - Gott ist mit uns) im Sinne einer dauerhaften Gegenwarts-
und Beziehungsaussage und (denn eine einfache Übersetzung wird
der Komplexität nicht gerecht als "Ich bin der ich bin"
(und nicht, der, den ihr euch vorstellt) im Sinne einer Unverfügbarkeitaussage.
Dann das aim alten Orient weit verbreitete elohim als Gottesbezeichnung.
Dieser aussergewöhnliche Gott in Beziehung und Unverfügbarkeit
ist Gott. In der griechischsprachigen Antike bekommt die Gottesbezeichnung
kyrios, Herr, einen weiteren herrschaftskritischen Aspekt, denn
sie setzt der Herrschaft aller irdischen Herren, die sich ebenfalls
als kyrioi bezeichnen, eine Grenze.
Zweimal ist der Text also präzise, was die Bezeichnung Gottes
angeht. Zweimal ist es besonders wichtig klarzustellen, von welchem
Gott hier die Rede ist: zu welchem Gott sich Israe bekehrt und welcher
Gott hinter der kommenden Königsherrschaft steht. Hier darf
es keine Missverständnisse geben. Hier geht es entscheidend
um diesen Gott, den in Beziehung stehenden und zugleich Unverfügbaren
und den, der jede menschliche Herrschaft relativiert.
21.2.2010
"Er wird gross sein und Sohn des Höchsten genannt werden"
(Lk 1,32a). "Gross" zu sein (vor Gott), diese Verheissung
verbindet Jesus mit Johannes (vgl. 1,15). "Sohn des Höchsten"
genannt zu werden, diese Verheissung verbindet Jesus mit dem König
des Gottesvolkes (vgl. Ps 2,7). In der Auslegungstradition ist das
König David, an den ja auch die Verkündigung des Engels
im nächsten Halbvers anknüpft (Lk 1.32b). "Der Sohn
des Höchsten", das ist aber auch ein Ausdruck für
das Volk Israel bzw. für die besondere Beziehung des Volkes
zu Gott. König David oder das Volk, das ist kein Widerspruch.
Der König verkörpert bzw. repräsentiert in dern biblichen
Vorstellung immer das gesamte Volk. Als Sohn den Höchsten ist
Jesus also in seiner Gottesbeziehung eng verbunden mit seinem Volk.
Johannes und Jesus sind ebenfalls eng verbunden. Vielleicht verkörpern
sie zwei Dimensionen des rettenden Geschehens: Jesus die vertikale
Dimension der engen Gottesbeziehung, Johannes die horizontale Dimension
der Bewegung des Volkes aufeinander zu (die Herzen der Väter
den Söhnen zuwenden und die Ungehorsamen zur Gerechtigkeit
führen Lk 1,17). Jesus die geschenkte Zuneigung Gottes zu den
Menschen und Johannes die darin gründende Bewegung der Menschen
auf Gott zu. Beides gehört unlösbar zusammen. Beides macht
nur im Zusammenspiel Sinn.
19.2.2010
"Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären;
dem sollst du den Namen Jesus geben" (1,31). Die Debatte um
dieses Zitat aus dem Buch des Propheten Jesaja (7,14) hat sich leider
allzu oft um die Frage gedreht, ob in Jes 7,1 4 nicht von einer
"jungen Frau" die Rede ist, die durch die Identifikation
mit einer "Jungfrau" in Lk 1 nicht in eine völlig
falschen Bedeutungshorizont versetzt wurde.
Dabei wurde oft übersehen, von welcher jungen Frau in welchem
Kontext denn in Jes 7die Rede ist. Der Kontext handelt von einer
grossen politischen Krise des Südreiches Juda im 8. Jahrhundert.
Da ohnehin viel mächtigere Nordreich Israel, auch Efraim genannt,
hat sich mit den Aramäern verbündet und überzieht
Juda mit Krieg. Nach menschlichem Ermessen ist das Ende des Südreiches
mit seiner Haptstadt Jerusalem und seiner Königsdynstie aus
dem Haus David gekommen. Entsprechend heisst es im Text: "da
zitterte das Herz des Königs un das Herz seines Volkes, wie
die Bäume des Waldes im Wind zittern" (7,2). Da tritt
der Prophete Jesaja auf und kündet mit politischem Weitblick:
"Noch 65 Jahre dann wird Efraim zerschlagen" (7,8) Vermutlich
war der Prophet Jesaja, wie alle biblischen Propheten politisch
weitsichtig. Aber noch entscheidender ist, dass nachdem das mächtigere
Nordreich tatsächlich zerschlagen wurde und unterging, diese
Sätze im Buch Jesaja publiziert wurden. Sie sollten dem überlebenden
Südreich Juda helfen, sich neu zu definieren. Die Rede ist
davon, dass die Krise nicht vorbei ist, auch nicht, wenn Efrai/Israel
nicht mehr ist. Die Krise wird noch zunehmen. Juda wird noch viel
mehr Spielball der Grossmächte sein und bleiben. Aber in dieser
Krise wird sich Gott als der Immanuel, der Gott mit uns, zeigen.
Das wird die Krise nicht verhindern, das wird Juda nicht gegen alle
menschliche Erwartung zu einer Grossmacht machen, die sich gegen
andere Grossmächte behaupten kann. Nein, die Gegenwart und
die Zuneigung Gottes wird sich in der Geburt eines Kindes zeigen.
Vielleicht verstand der König von Juda dieses Kind als Thronfolger
und las darin die Botschaft, dass seine Dynastie nicht untergehen
würde. Spätestens nach dem endgültigen Ende des davidischen
Dynastie im 6. Jahrhundert, wurde der Text auch anders gelesen.
Als messianische Hoffnung auf eine Wiederkehr eines davidischen
Königs am Ende der Zeiten oder als Ausweg aus dem Irrweg des
Glaubens, dass die Beziehung zu Gott sich in politischem oder militärischem
Erfolg zeigen müsse. Nein, sie zeigt sich in einer Mutter und
ihrem Kind. Sie zeigt sich in einem Kind, in allen Kindern, die
lernen, "das Böse zu verwerfen und das Gute zu wählen"
(Jes 7,15). Das wird weitere Katastrophen nicht verhindern. In dem
liegt trotz alle dem unsere gesamte Hoffnung auf Zukunft. Maria
wird mit der Mutter dieses Kindes identifiziert. Juda ist wieder
bzw. immer noch in der Krise. Die Grossreiche haben gewechselt,
jetzt ist es das Römische Imperium. Das Lukasevangelium weiss
bereits darum, dass diese Grossmacht in Jerusalem und Juda eine
Katastrophe bewirken wird, die die Katastrophen des Zeit Jesajas
vielleicht sogar noch in den Schatten stellt. Das gilbt mindestens
in dem Sinne dass Katastrophen, die uns selbst betreffen oder die
sich in unserer Generation ereignen, die Katastrophen früherer
Zeiten in den Schatten stellen. Aber welchen Sinn macht es, Leid
zu vergleichen? Viel wichtiger ist es, auf das zurückzugreifen,
was schon früher trotz allem dem Volk Gottes Hoffnung auf Zukunft
machen sollte und gemacht hat. Die Botschaft vom Gott-mit-uns, vom
Immanuel, der sich zeigt, wenn Frauen Kinder gebären und sie
wieder neu zwischen Git und Blse zu unterscheiden lernen. Es ist
gleichsam das Wiederbetreten des Gartens Edens, wo wir vom Baum
der Erkenntnis und Unterscheidung von Gut und Böse essen.
Warum heisst der Immanuel in Lk 1 Jesus? Jesus ist die lateinische
Form des hebräischen Namens Jehoschua. Jehoschua bedeutet "Gott
rettet". Rettung ist die Weise, in der sich der Gott mit uns
jetzt zeigt, jetzt in der Zeit der Not und Bedrängnis zeigen
muss. Jehoschua/Josua ist in der Bibel der Nachfolger des Mose,
der das Volk ins verheissene Land geführt hat. Es geht jetzt
wieder darum, in der Nachfolge des Mose aus der Erinnerung an die
Zeit der Unterdrückung heraus in dem Land leben zu lernen,
dass Gott zeigt und verheisst. Es ist endgültig nicht mehr
ein bestimmtes Land, das man in Form eines eigenständigen Staates
beherrscht und besitzt.
17.2.2010
"...den du hast bei Gott Gnade gefunden" (1,30). Setzt
diese Zusage des Engels voraus, dass Maria bei Gott Gnade gesucht
hat? Davon wird nichts erzählt, so wenig wie von dem Gebet
des Zacharias, von dem der Engel sagt, es sei erhört worden
(1,13). Vielleicht geschieht es oftmals ohne Worte, vielleicht ist
es uns oftmals nicht bewusst, dass wir beten und dass wir bei Gott
Gnade suchen. Die Formulierung im Griechischen, heures, ist präsentisch:
Du findest Gnade bei Gott. Das Finden von Gnade bei Gott ist jede
Moment gegenwärtig. Das Suchen und das Finden von Gnade geschieht
gleichzeitig.
"Fürchte dich nicht!" Dieser Zuruf des Engels verbindet
- wie bereits beschrieben (Tagebuch vom 8.1.2010) - Maria mit Zacharias
(1,13) und den Hirten auf dem Feld 2,10). Der männliche Exponent
und die weibliche Exponentin der lukanischen Ouvertüre, die
Programm ist, sind verbunden mit "den Armen des Volkes",
an die sich diese Ouvertüre besonders wendet - auch das habe
ich bereits geschrieben (Tagebuch vom 14.12.2009). Zacharias und
Maria sind mit dem Volk Israel in besonderer Weise verbunden. Das
kommt auch in der folgenden Rede des Engels an Maria klar zum Ausdruck:
Der "Sohn des Höchsten" wird den "Thron David"
bekommen und über das "Haus Jakob" herrschen (1,32-33).
16.2.2010
Lukas erzählt, dass Maria erschrickt und überlegt, was
dieser Gruss zu bedeuten hat (1,29). Lukas gestaltet die beiden
Szenen mit Zacharias und dem Engel und mit Maria und dem Engel offensichtlich
parallel. Umso interessanter ist ein Blick auf die Unterschiede
zwischen den beiden Szenen. Das Erschrecken angesichts des Engels
hat Maria mit Zacharias gemeinsam (1,12). Während aber bei
Zacharias auf das Erschrecken die Furcht folgt, folgt bei Maria
das Überlegen. Im Griechischen heisst es dielogizeto. Maria
ist angesichts des Engels zur Dialogik und Dialektik fähig.
Vielleicht gründet darin auch Gottes Zuneigung zu ihr, die
der Engel im nächsten Vers ausdrückt.
15.2.2010
"Sei gegrüsst, du Begnadete, der Herr ist mit dir"
(1,28). Chaire, kecharitoomenä, ho kyrios meta sou, heisst
es im Griechischen. Zweimal (wieder eine dieser lukanischen Dopplungen)
wird Maria mit einer Formulierung, in der das Wort charis, Gnade,
vorkommt, angesprochen. Im Vers 30 wird es sogar ein drittes Mal
wiederholt. Die jüdische Bibelauslegung, die davon ausgeht,
dass nichts in einem Bibeltext zufällig ist, hat ein zweimaliges
Auftauchen eines Wortes oder eines Motivs für ein Zeichen besonderer
Wichtigkeit gehalten. Ein dreimaliges Auftauchen umso mehr.
Im Hebräischen steht hinter charis wohl der Ausdruck Huld,
chessed. Chessed ist eines der vier Grundworte, die in der Hebräischen
Bibel die Beziehung Gottes zu seinem Volk beschreiben: zedeqa u-mischpat,
chessed we-emet, Gerechtigkeit, Recht, Huld und Wahrheit. Die beiden
Ausdrücke zedeka und emet, Gerechtigkeit und Wahrheit sind
sich sehr ähnlich. Sie beschreiben Gottes Bewährtheit,
sie beschreiben, dass sich Gott bewährt, dass sich Gott selber
gerecht wird als der In-Beziehung-Seiende, dass Gott sich sich in
dieser Beziehung treu bleibt, dass darin seine Wahrheit zum Ausdruck
kommt. Darum lassen sich die vier Grundworte auch übersetzen
mit Gerechtigkeit/Bewährtheit, Recht, Huld und Treue. Die vier
Begriffe beschreiben gleichermassen das Ideal des Zusammenlebens
im Volk Gottes.
Huld drückt die Art der Zuwendung zueinander aus. Der Begriff
stammt aus dem Feudalsystem. Er meint wohl in erster Linie Zuverlässigkeit
der Beziehung. Der feudale Hintergrund bringt eine Hierarchie ins
Spiel. Mindestens für die Beziehung unter Menschen führt
das in die Irre.Von daher sind Zuneigung oder Zuwendung die besseren
Übersetzungen. Gemeint ist vor allem die Zuneigung zum Hilfsbedürftigen.
Die Übersetzung mit Gnade führt in die Richtung des Mitleids.
Auch das ist eine falsche Spur, denn sie beschreibt ein einseitiges
Verhältnis. Vielleicht ist Solidarität die beste Übersetzung
für das, was Huld meint. Huld und Treue bezeichnen ein solidarisches
Verhältnis, gegenseitige Zuneigung. Diese Überlegungen
gehen auf Ton Verkamp zurück (in: Texte und Kontexte 1/1996
Grundworte I).
So wird Maria gegrüsst: Du Solidarische!
Im Magnifikat (1,46-56) kommt ihre Solidarität ins Wort.
14.2.2010
"Im sechsten Monat" (Lk 1,26). Der Anfang dieses Erzählabschnittes
verbindet sich mit dem vorhergehenden durch die Zählung der
Zeit. Fünf Monate lebte Elisabet zurückgezogen in ihrem
Haus. Im sechsten Monat passiert etwas, das auch in ihre Zurückgezogenheit
hinein wirken wird. Es passiert anderswo, in einem anderen Haus.
Im Haus der Maria. Erwähnt wird ausserdem das Haus Davids,
aus dem Josef, der Verlobte Marias stammt (1,27). Maria und Elisabet
sind verwandt, das wird der Text später erzählen (1,36).
Sie stammen aus dem gleichen Haus, dem Haus bzw. Geschlecht Aarons
(1,6). Das Haus Aaron steht für das Priestertum in Israel,
das Haus David für das Königtum.
Lukas beginnt diesen Erzählabschnitt mit der gleichen Polarität,
mit der er bereits den ersten Erzählabschnitt ab 1,5 begonnen
hatte, mit der Polarität zwischen Priestertum/Tempel und Königtum.
Es wird aber nicht mehr auf den aktuellen König von Juda, Herodes,
verwiesen, sondern auf den König von Israel schlechthin, König
David, dessen Haus die ersten 500 Jahre der staatlichen Geschichte
Judas und Israels geprägt hat und der die Erwartung auf ein
zukünftiges Königtum nährt.
Aaron und David, Priestertum und Königtum, sind aber jetzt
nicht mehr im öffentlichen Raum gegenwärtig, sondern im
Haus zweier Frauen bzw. zweier Familien. Bei einem alten Ehepaar,
das viel miteinander erlebt hat, und einem Paar, das erst verlobt
ist, das am Anfang seiner Beziehungsgeschichte steht, gleichsam
zwei Generationen von Paaren. Diese beiden Beziehungsgeschichten
werden noch stärker verbunden, weil es der gleiche Engel ist,
der zuvor Zacharias eine Botschaft gebracht hat, der jetzt zu Maria
kommt: Gabriel, der vor Gott steht. Beide Frauen sind auch dadurch
verbunden, dass sie noch keine Kinder ent-bunden haben. Bei beiden
Paaren ist aus der Zweiheit noch keine Dreiheit geworden. Beide
Paare haben noch nicht die Grenzen ihrer Generation überschritten.
Ein Unterschied fällt auf: Während Lukas auffälligerweise
nicht schreibt, wo genau Zacharias und Elisabet leben, macht er
bei Maria und Josef genaue Angaben: in einer Stadt in Galiläa
namens Nazaret. Und Maria wird von Anfang an als "Jungfrau"
eingeführt. Glech zweimal wird der Ausdruck parthenos in dem
einen Vers 27 erwähnt. Zweimal in einem Vers (1,7) war auch
die Kinderlosigkeit der Elisabet erwähnt worden. Die Unfruchtbarkeit
der Elisabet scheint auf irgendeine Weise mit der Jungfräulichkeit
der Maria zu korrespondieren. Darauf gilt es zu achten.
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