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Gottesdienste im Tempel: Lektüre von Levitikus
8-9
Vergleich mit 1 Kön 8 und 1 Chr 15-16
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Zurück zur fortlaufenden Lektüre des Buches Levitikus.
Ich war in den Kapiteln 8-9 stehen geblieben, wo ein Gottesdienst
im Heiligtum beschrieben wird, in dessen Rahmen Priester eingesetzt
werden. Gerstenberger vergleicht in seinem Levitikuskommentar diesen
Text mit anderen Beschreibungen von Gottesdiensten im Heiligtum/Tempel
und zwar mit der Einweihung des Tempels in 1 Kön 8 und mit
dem Gottesdienst nach der Einführung der Bundeslade in den
Tempel zur Zeit Davids, dargestellt in den Chronikbüchern (1
Chr 15-16). In 1 Kön stehen Gebete im Vordergrund, die Chronik
betont v.a. den Anteil von Musik und Tanz am Gottesdienst, in Levitikus
stehen die Priester und ihr Handeln im Vordergrund. Gestenberger
geht davon aus, dass all diese Texte nicht erzählen, was geschehen
ist, sondern Modellbeispiele für ein bestimmtes Gottesdienstverständnis
in den Diskurs einbringen. Dabei sind sie jeweils einseitig und
parteiisch, um ihre jeweiligen Interessen einzubringen bzw. durchzusetzen.
"Hinter der Darstellung von 1 Kön stehen vermutlich die
Kreise, denen die Gebetsgottesdienste der exilischen Zeit anvertraut
waren. Die chronistische Glorifizierung des Psalmengesangs geht
mit ziemlicher Sicherheit auf die levitischen Sängerfamilien
zurück. Jede Interessengruppe projiziert ihre Erwartungen in
die ferne, gegenwärtige Gottesdienstformen begründende
Vergangenheit ... Wer Ansprüche erhebt, schreibt keine Gesamtdarstellungen,
sondern beschränlt sich auf das für ihn Wesentliche. Folglich
werden wir es in Lev 8-9 mit dem Anspruch von Priestern auf ihr
spezifisches Arbeitsgebiet und ihre besondere Berufswürde zu
tun haben" (S. 95f.).
Es gibt also nicht DEN biblischen Gottesdienst, sondern ein dynamisches
Ringen um die Gestaltung des Gottesdienstes zwischen verschiedenen
Verantwortlichen. Ein Modell für heute!
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