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Verantwortung übernehmen
Lev 4,22.27
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Öffentlichkeit herstellen - Verantwortung übernehmen
- einen Rahmen schaffen, um eine Krise bewältigen zu können
- geht es darum beim Opfern? Ein aktuelles Beispiel.
In der Zeitschrift Chrismon (das evangelische Magazin) Ausgabe 3/2011
schreibt der Vorstandsvorsitzende der Uniklinik Mainz unter dem
Titel "Das darf doch nicht wahr sein!" über den Tod
von 3 Babies in seiner Klinik. Er entschied sich sofort an die Öffentlichkeit
zu gehen und Verantwortung zu übernehmen. Dabei erinnert er
sich -viel weniger dramatisch - auch an ein Erlebnis, das er während
seiner Ausbildung hatte: "Als Famulant habe ich in einem chirurgischen
Krankenhaus gesehen, wie bei einer Operation ein Bohrer unbemerkt
unsteril wurde, weil man durch ein Tuch durchgestochen hatte".
Ist das ein aktuelles Beispiel für das, was Lev 4,22 oder 4,27
meinen? "Wenn ein Fürst sündigt und ohne Absicht
irgendetwas tut, was nach den Geboten des Herrn, seines Gottes,
nicht getan werden darf und schuldig wird, aber jemand ihm die Sünde
bewusst macht, die er begangen hat ..." oder: "Sündigt
aber jemand vom Volk des Landes ohne Absicht, indem er etwas tut,
was nch den Geboten des Herrn nicht getan werden darf und wird schuldig,
aber jemand macht ihm die Sünde bewusst, die begangen hat ...".
Bewirken dann die Opferregeln in Lev etwas, was der Vorstandsvorsitzende
der Uniklinik Mainz gegen Widerstand und gegen selbstverständliches
Verschweigenwollen tut: Sie stellen Öffentlichkeit her und
sie schaffen einen öffentlichen Rahmen dafür, dass Menschen
Verantwortung übernehmen können? Sie sind dann ein Element
im Krisenmanagement. Oder entspricht das Opfer mehr dem, was der
Vorstandsvorsitzende, der beim Namen genannt werden soll: Norbert
Pfeiffer, am Ende des Prozesses erlebt? "Als alles vorbei war,
hben wir eine Andacht gehalten. Viele angehörige waren da,
aber noch mehr Mitarbeiter. Ich glaube, wir sind gestärkt aus
dieser Krise hervorgegangen." Oder sollten die beiden Aspekte
gar nicht getrennt werden und sind beide im Opferritual vorhanden?
Der Bericht von Herrn Pfeiffer steht im Rahmen des wunderbaren Fastzenzeitprojektes
2011 der Evangelischen Kirche Deutschland: Sieben Wochen ohne Ausreden.
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