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12 oder 11?
1 Kor 15,5
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1000mal gelesen, aber nie hat es Zoom gemacht, bis ich die aktuelle
Ausgabe der exegetischen Zeitschrift Texte und Kontexte (1-2/2011)
gelesen habe, in der Andreas Bedenbender seine Erkenntnisse zum
Markusevangelium zusammenträgt. Es geht um den Satz von Paulus
aus dem 1. Korintherbrief 15,5 über die Erfahrungen der Jüngerinnen
und Jünger nach dem Tode Jesu: "Er ist dem Petrus erschienen
und dann den Zwölf". Aber welchen Zwölf? Hat sich
Verräter Judas nicht umgebracht? Wurde nicht später -
nach der Himmelfahrt Jesu und also auch nach der Zeit der Erscheinungen,
von denen Paulus schreibt - ein neuer zwölfter Apostel gewählt
(Apg 1)?
Gut, vielleicht war die Vorstellung von den "Zwölf"
so stark verbreitet, dass Paulus ohne gross nachzudenken von ihnen
schreibt. Aber wenn nicht? Bedenbenders These: Es gab einen Verrat
bzw. eine Auslieferung (vgl. 1 Kor 11,23), aber nicht durch einen
Jünger oder gar durch einen Judas. Das wurde später erzählt,
aus ganz bestimmten Gründen, die sich je nach evangelium unterscheiden.
Für Markus zum Beispiel steht Judas Iskariot, Judas, der Sikarier
d.h. der Dolchmann, für die Juden, die den Aufstand gegen die
Römer mit Gewalt führten. Sie haben Jesus und die anderen
Jüdinnen und Juden an die Gewalt der Römer ausgeliefert.
Markus betont: trotzdem bleiben sie "einer der Zwölf",
d.h. sie bleiben Teil des 12-Stämme-Volkes Israel.
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